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Die Schwarze Mühle


In der Schwarzen Mühle von Jurji Brezan ist das Wissen in einer großen Kiste in sieben Büchern hinter sieben Schlössern verborgen. „Wer weiß, der kann“, sagt der Müller. Das Prinzip des Müllers ist die Zwölf. Mit zwölf Müllerburschen läuft die Mühle. Wenn einer zu wenig oder zu viel ist, steht die Arbeit still. In der Schwarzen Mühle von Showcase Beat Le Mot reisen die Zuschauer*innen wie die zwölf Müllerburschen durch die Mühle und ihre Geschichte(n).

In der Generationen übergreifenden Produktion möchten wir auch auf die wechselnde und vielgestaltige sorbische Erzähltradition des Stoffes in der Oberlausitz zurückgreifen, die seit dem 17. Jahrhundert durch zahlreiche schriftliche Quellen überliefert wird. In der deutsch-polnischen Grenzregion wird von einem „sorbischen Faust“ erzählt, einem Magier kroatischer Herkunft (Krabat = der Kroate), der teils schwarze Magie, teils guten Zauber vollführt und mit unterschiedlichen historischen Personen, unter anderem dem kroatischen Offizier Johann Schadowitz in Verbindung gebracht wurde. Motive der Sage sind auch in den Grimm’schen Märchen „Der Gaudeif und sein Meister“ und „Der Hahnenbalken“ zu finden. Auffällig in allen diesen Bearbeitungen ist die sittliche Unbestimmtheit der Hauptfigur, die manchmal als magischer Wohltäter, manchmal als „Böser Mann“ und „Schwarzkünstler“ tituliert wird. Besonders in dieser Eigenart interessiert uns die Erzählung, da sie eben nicht auf taugliche Evidenzen abzielt, sondern auf eine rituelle Sprache baut, die „jenseits aller von Gut und Böse“ ist.

Von und mit Showcase Beat Le Mot in Zusammenarbeit u.a. mit Barbara Morgenstern.