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Die Schwarze Mühle


In der Schwarzen Mühle von Jurji Brezan ist das Wissen in einer großen Kiste in sieben Büchern hinter sieben Schlössern verborgen. „Wer weiß, der kann“, sagt der Müller. Das Prinzip des Müllers ist die Zwölf. Mit zwölf Müllerburschen läuft die Mühle. Wenn einer zu wenig oder zu viel ist, steht die Arbeit still. In der Schwarzen Mühle von Showcase Beat Le Mot reisen die Zuschauer*innen wie die zwölf Müllerburschen durch die Mühle und ihre Geschichte(n).

In der Generationen übergreifenden Produktion möchten wir auch auf die wechselnde und vielgestaltige sorbische Erzähltradition des Stoffes in der Oberlausitz zurückgreifen, die seit dem 17. Jahrhundert durch zahlreiche schriftliche Quellen überliefert wird. In der deutsch-polnischen Grenzregion wird von einem „sorbischen Faust“ erzählt, einem Magier kroatischer Herkunft (Krabat = der Kroate), der teils schwarze Magie, teils guten Zauber vollführt und mit unterschiedlichen historischen Personen, unter anderem dem kroatischen Offizier Johann Schadowitz in Verbindung gebracht wurde. Motive der Sage sind auch in den Grimm’schen Märchen „Der Gaudeif und sein Meister“ und „Der Hahnenbalken“ zu finden. Auffällig in allen diesen Bearbeitungen ist die sittliche Unbestimmtheit der Hauptfigur, die manchmal als magischer Wohltäter, manchmal als „Böser Mann“ und „Schwarzkünstler“ tituliert wird. Besonders in dieser Eigenart interessiert uns die Erzählung, da sie eben nicht auf taugliche Evidenzen abzielt, sondern auf eine rituelle Sprache baut, die „jenseits aller von Gut und Böse“ ist.

Premiere: Di, den 1.3.2022, 11.00 Uhr HAU1 Hebbel am Ufer Berlin Weitere Aufführungen: Mi, den 2.3.2022 18.00 Uhr, Do, den 3.3.2022 11.00 Uhr, Fr, den 4.3.2022 18.00 Uhr  HAU1, Hebbel am Ufer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin Tickets unter Tel: +49 (0)30 259004-27 E-Mail: tickets@hebbel-am-ufer.de

 

 

 


credits

Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Idee & Umsetzung: Showcase Beat Le Mot

Musik: Die Figur (Barbara Morgenstern, Mike Majkowski, Viola Bornmann)

Technische Leitung: Joscha Eckert

Kostüm: Clemens Leander

Illusion: Manuel Muerte

Produktions-Dramaturgie: Christopher-Felix Hahn

Dear Guest: Radwan Alsulaiman, Arne Schimmel

Produktionsleitung: Olaf Nachtwey


Besprechnungen

„Man erlebt fast nichts aus der Übersichtsperspektive. Man sieht, wie das Haus um einen selbst herum zu kreisen scheint. Das erinnert an die traumatischen Erfahrungen, die man aus dem Hollywood-Kino kennt, wenn jemand lebendig in einen Sarg genagelt wird und sich dann um Luft ringend wieder befreien muss. (...) Ein großer Spaß, eine immersive Erfahrung.“

Spreng, Eberhard in "Krabat in der Kiste" Deutschlandfunk Fazit 01. März 2022, 23:47 Uhr