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Der Freischütz

Wem ist noch zu trauen, wenn der Reisebus in den dunklen Wald abbiegt, wenn Tenor und Bass sich bewaffnen, wenn das Wild sich durch geheimnisvolle Laute verständigt, wenn die Bäume Funksignale austauschen? Dem Busfahrer mit seinem Faible für Wolfsschlucht-Remixe jedenfalls nicht. Wer ist Chorsänger, wer Solist? Was ist Requisit, was Schusswaffe? Sicher ist nur, dass „Der Freischütz“ den Bechdel-Testnicht bestehen würde. Und um Mitternacht öffnen sich die Pforten der Hölle!

„Schöner grüner Jungfernkranz“ und „Joho-trallala“: Der Freischütz ist eine Oper der Chor-Hits, die schon bald nach der Uraufführung zu Volksliedern wurden. Aber hinter der idyllischen Fassade einer gemeinsam singenden Gemeinschaft lauert das Grauen: Gruppendruck, Neid und Aberglaube, schlimme Vergangenheiten, Versagensängste und Mobbing. Vielleicht war es das Erfolgsgeheimnis von Carl Maria von Weber, dass er die musikalischen Ausdrucksmittel für die Ängste einer Zwangsgemeinschaft fand.
Die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot inszeniert mit Der Freischütz ihre erste Oper. Dabei gilt ihr besonderes Interesse dem Opernchor als Verkörperung einer ausufernden Musikmaschine, aber auch als Schauplatz sozialer Prozesse, auf dem sich die Opernhandlung in vielfältiger Weise doppelt.


Credits

Regie: Showcase Beat Le Mot Musikalische Leitung: Ektoras Tartanis Solist*innen: Mit Arminia Friebe, Samantha Gaul, Roberto Gionfriddo, Jin Seok Lee, John Carpenter, Seonghwan Koo, Alexander Kiechle, Martin Müller-Reisinger u.a. Bühne: SCBLM, Antonia Kamp, René Fußhöller Kostüme: Clemens Leander Dramaturgie: Ann-Christine Mecke Produktionsleitung: Olaf Nachtwey

Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot mit dem Theater Freiburg und dem Konzert Theater Bern. Gefördert durch den Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.