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Don Quijote

Wir haben uns gewundert, dass sich noch niemand in unserer Umgebung dieses Stoffes angenommen hat. Vielleicht liegt er so nahe, dass wir ihn bis jetzt nicht sehen konnten. Don Quijote ist der Wutbürger ohne Burg. Der Rebell, der sogar gegen die Rebellion rebelliert. In blühenden Landschaften erkennt er Schlachtfelder, in Wohlstandsmaschinen Monster und in der Überversorgung die Hungersnot. Er kann es nicht mit ansehen, wenn alles friedfertig, realsitisch und pragmatisch ineinandergreift, um sich zur Zivilgesellschaft zu formieren. Vor der frühkapitalistischen Verwertungsmentalität mit ihrem Primat von Wachstum und Wohlstand, in der Menschen auf ihre sozialen Funktionen reduziert werden, flieht er in ein attavistisches Reich aus fiktionalem Heldentum und fantastischen Figuren. Der fabulierende Schwätzer legt seine eigene, verschrobene Landkarte über den dokumentarischen Stumpfsinn des sozialen Realismus. Darin ist er uns verwandt.