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Der Freischütz

„Schöner grüner Jungfernkranz“ und „Joho-trallala“: Der Freischütz ist eine Oper der Chor-Hits, die schon bald nach der Uraufführung zu Volksliedern wurden. Aber hinter der idyllischen Fassade einer gemeinsam singenden Gemeinschaft lauert das Grauen: Gruppendruck, Neid und Aberglaube, schlimme Vergangenheiten, Versagensängste und Mobbing. Vielleicht war es das Erfolgsgeheimnis von Carl Maria von Weber, dass er die musikalischen Ausdrucksmittel für die Ängste einer Zwangsgemeinschaft fand.
Der junge, erfolgreiche Jäger Max versagt angesichts einer bevorstehenden Schießprüfung, von deren Ausgang nicht nur seine ganze Zukunft, sondern auch die seiner Freundin Agathe abhängt. Der Außenseiter Kaspar hat aus dem Krieg das Geheimnis der Freikugeln mitgebracht, mit denen man blind jedes Ziel trifft. Aber um sie herzustellen, muss man sich in die Wolfsschlucht wagen, sich den schrecklichsten Horrorbildern aussetzen und die siebte Kugel dem Teufel zur Verfügung stellen. In einer stürmischen Vollmondnacht macht sich Max auf den Weg in das Labor, in dem sich um Mitternacht die Pforten der Hölle öffnen.
Die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot, die in Freiburg bereits das Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren als verspielte Assoziationsreise erzählte, inszeniert mit Der Freischütz ihre erste Oper. Dabei gilt ihr besonderes Interesse dem Opernchor als Verkörperung einer ausufernden Musikmaschine, aber auch als Schauplatz sozialer Prozesse, auf dem sich die Opernhandlung in vielfältiger Weise doppelt.