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Ein Stück so breit wie Beijing, so hoch wie Shanghai und so schmutzig wie Shenyang. Ein Ping Pong Gewitter bricht über der Peking Oper los. Wir umkreisen das Phänomen China mit Hilfe von Agit-Prop, Sport, Ernährung und abstraktem Tanz. Wir spielen das “Lehrstück vom großen Staudamm” und das “Allegoriestück zur Steigerung der Wachsamkeit”. Wir zeigen, wie die Wolkenkratzer der Weltbanken um den besten Platz in Downtown kämpfen. Wir beantworten die Fragen, wie die Warze auf Maos Kinn kam und wie sozialistische Marktwirtschaft in Zukunft noch besser funktionieren wird.



Four performers in regulation blue workers' suits combine drill Steps with acclamations, work movement and kung fu elements in a long march out of traditional China into the new market economy. Exhausting dances show the performers as mascots in lions' costumes, as heroic flag-bearers and inventive Tai Chi minimalists to thunderous rap songs consisting of sampled battle cries and screams of joy and horror.

Edith Boxberger /// ballettanz 05/2005



Nach der kultverdächtigen Adaption japanischer Mangas in der Show-Reihe „Gomune“ lenkt Showcase Beat Le Mot die Blicke nach China. Im Spannungsfeld zwischen exotischen Klischees und den gewaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsdynamiken im zeitgenössischen China werden sie unterschiedliche Positionen befragen und zu einem Freizeitpark der chinesischen Weltordnung zusammenbauen. Peking-Oper, politisches Theater in der Tradition Piscators und Brechts, Madame Butterfly und Turandot, fernöstlicher Kampfsport - respektlos und provokant wie immer ist Showcase Beat Le Mot jedes Mittel recht und keine Theatertradition heilig. Als Shaolin-Mönche, Mitglieder des Boxeraufstandes, Opiumsüchtige oder politische Propagandisten laden sie ein, den Spuren Marco Polos zu folgen. Wie kam die Warze auf Maos Kinn? Wie funktioniert sozialistische Marktwirtschaft? Welche Vor- und Nachteile hat der größte Staudamm der Welt? Beobachten Sie den Einbruch des Ping Pong Gewitters über der Peking Oper, seien Sie Zeuge beim Tanz der Weltbanken um den besten Platz in Downtown und beim Re-Design der chinesischen Mauer. 1927 veranstalten die kommunistischen AgitProp-Truppen die rote Revue „alarm Hamburg Shanghai“. 2005 bringt Showcase Beat Le Mot ihr in Hamburg entstandenes „alarm Hamburg Shanghai“ nach Berlin und versucht ähnlich wie Piscator, Brecht und die AgitProp-Truppen das chinesiches Exempel unter anderem als Wink mit dem Zaunpfahl für das unzufriedenen deutsche Proletariat zu nehmen. Sie begeben sich hier auf eine erweiterte Suchen nach Spuren Chinas in Berlin. „Eine Feldblume kann einen Mann in Verwirrung bringen, ein Kornschnaps ein schwaches Gemüt überwältigen.“



von und mit: Showcase Beat Le Mot / Musik: Albrecht Kunze, SCBLM /Choreografie: Angela Guerreiro, SCBLM / Produktionsleitung: Claudia Plöchinger / Tontechnik: Jörn Walter, Paul Mayr / Assistenz: Malin Fischer / siinologische Beratung: Matthias Anton Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot und Kampnagel Hamburg, in Koproduktion mit dem Donaufestival Niederösterreich, dem LOFFT Leipzig und dem Hebbel am Ufer Berlin, gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, die Stadt Leipzig - Kulturamt, durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ aus Mitteln des Tanzplans Deutschland der Kulturstiftung des Bundes und die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin.