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Laserpointer schreiben Game Over in den Himmel. Die Performer von Showcase Beat Le Mot möchten für apokalyptische Resignation keinen Strom verschwenden, sondern den Diskursrahmen um das Weltall erweitern. Darum schicken sie in ihrem neuen Stück getanzte Botschaften und gemurmelte Formeln in die Randlagen des Universums. Wahr, Schön und Gut waren gesucht, gefunden wurden Schräg, Eigen und Hilfreich. Die Antennen für außerirdische Botschaften werden von Empfang auf Senden umgestellt. Dies ist kein Dokumentartheater über die Handlungsohnmacht einer angeschwollenen Wirklichkeit, sondern eine Versuchsanordnung, die wie eine Utopieschleuder funktioniert. Das Bühnenbild ist die Message, das Publikum der Röhrenverstärker. Space Acts statt Fake Facts. Immer am Ärger entlang. Willkommen bei der halben Wahrheit über Alles.



Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – kulturelle Angelegenheiten und dem Fond Darstellende Künste.



Kritikenrundschau



* Ungewöhnlich redselige und pessimistisch gestimmt findet Doris Meierhenrich von der Berliner Zeitung (12.12.2017) diese "Grundsatz- Performance" und lobt den Abend schließlich als "unbestechlich realistisches Haufentheater, das überzuckerte Honigkuchenideen von Schönheit, Wohlstand und behauptetem Glück ins All schießt".



* Das Absitzen dieses Abends sei eine Qual, stöhnt Georg Kasch in der Berliner Morgenpost (12.12.2017). Man könne die Texte lustig finden. "Oder einfach nur bekloppt", weil sie sich eher für Rhythmus als für Inhalte interessierten. "Genau so stellen sich vermutlich Menschen, die sich nie in die freie Szene trauen, Off-Produktionen vor. Blöd, dass Showcase Beat Le Mot hier alle Klischees bestätigen."



* Showcase Beat Le Mot haben in der Art alt gewordener Studenten eine hübsche Schrulligkeit kultivieren können, schreibt Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung (15.12.2017). "Der Text verbindet prächtige Verblasenheit mit den drängenden Fragen einer Performer-Existenz: 'Wovon soll ich leben? Von Luftpartikeln, von Resten, von Übriggebliebenem.'" "Resteverwertung als künstlerisches Programm, wenn das nicht die souveräne Befreiung vom ewigen Zwang zu Originalität und Produktivität ist." Fazit: "Kunst, die weiß, dass die Welt sie nicht braucht – das hat zumindest den Charme der Unaufdringlichkeit und offen eingestandenen Überflüssigkeit."