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Das postdramatische Zeitalter ist zu Ende. Die Zuständigkeiten, wonach das zeitgenössische Performance-Theater auf die Spielfelder der Dokumentation, des Infotainment und der bunten Themenabende festgelegt wurde und sich selbst festgelegt hat, sind in der Theaterpraxis überholt. Das Drama hat längst in unsere Arbeit Einzug gehalten. Gob Squad inszenieren Psychodramen, in „Are You With Us“ in Gestalt einer selbstverordneten Therapie, oder in „Western Society“ als kommentiertes Reenactment eines anonymen Familienvideos. She She Pop inszenieren in „Testament“ ein Familiendrama angelehnt an Shakespeare’s „King Lear“, wobei ihre Väter live auf der Bühne zwar nicht die Rolle aber die Funktion des Lear übernehmen, und sie selbst die Funktion der eifersüchtig um dessen Gunst ringende Schwestern. Wir selbst befassen uns in unseren Stücken für Kinder und Jugendliche regelmäßig mit dramatischen Texten. Aber auch in unseren Performances wie „Gomune“ (2004), „alarm Hamburg Shanghai“ (2005), „1534“ (2009) und „Alles“ (2011) bilden eigene und fremde Dramen und Lehrstücke das emotionale Rückgrat des Geschehens. Die bequemen Gegensatzpaare Dramatik versus Postdramatik, Literaturtheater versus Thementheater, Recherche versus Fiktion, Einfühlung versus Verfremdung, Information versus Emotion haben sich erledigt. Das Theater zieht sich warm an, denn

Showcase Beat Le Mot zeigen Gefühle

Tagsüber blicken alle auf mausefallengroße Bildschirme und schicken klospruchlange Kommentare über Katzenbilder ins Netz. - Nachts geht es dann in die Oper. Tagsüber sind alle Dinge, die uns umgeben mit Preisschildern versehen. - Nachts erkennt man diese nur noch im Schwarzlicht, und es geht ab in die Clubs mit geraden Beats und Bässen. Tagsüber veranstaltet das freie Theater Infoabende zu aktuellen Themen. - Nachts tanzen Cheerleader in der Play Off Pause für Alba Berlin. Tagsüber schlafen alle aus, essen vegan und trinken grüne Smoothies. - Nachts pfeifen sie sich Luxusheroinkoks mit sanftem LSD-Abgang rein. Die Hochzeitsglocken kündigen einen Countdown an und Showcase Beat Le Mot zeigen endlich ihr neues Stück:

GEFÜHLE, nothing but.

Am weinenden Klavier: Thies Mynther von Phantom Ghost, Stella, Superpunk.

Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer und Kampnagel Hamburg. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – kulturelle Angelegenheiten und die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur, Sport und Medien.